Diablo V kommt – Diablo hat gewonnen. Haben wir versagt?
13.09.2026

Diablo V kommt. Frühjahr 2029. Doch die größere Nachricht steckt in der Welt, in der wir ankommen.
Diesmal ziehen wir nicht los, um ihren Untergang zu verhindern. Wir kommen zu spät. Sanktuario ist gefallen, die Helden der Vergangenheit sind verschwunden – und Diablo hat gewonnen.
Haben wir versagt?
Diablo V erscheint im Frühjahr 2029
Blizzard hat Diablo V auf der BlizzCon 2026 offiziell angekündigt. Als Veröffentlichungszeitraum nennt das Team Frühjahr 2029; ein genauer Tag steht in der Ankündigung nicht. Quelle: offizielle Ankündigung
Das Spiel befindet sich noch früh in der Entwicklung. Ab 2027 plant Blizzard regelmäßige Updates und will Rückmeldungen der Community in weitere Entscheidungen einfließen lassen. Was wir heute sehen, ist deshalb eine erste Vorstellung der Richtung – keine Garantie, dass jedes gezeigte System unverändert veröffentlicht wird.
Diablo ist diesmal nicht die Bedrohung am Ende
Diablo herrscht vom Thron Westmarks aus über Sanktuario. Menschen und Seelen dienen ihm als Waffen im Ewigen Konflikt. Die eroberte Welt soll sein Sprungbrett für einen Angriff auf die Hohen Himmel sein.
Seine Herrschaft ist der Ausgangspunkt des Spiels. Blizzard beschreibt ihn als eine Präsenz, die von Beginn an Geschichte, Welt und unseren Weg prägt.
Für die Erzählung macht das einen Unterschied: Wir suchen nicht erst nach den Spuren eines kommenden Unheils. Wir bewegen uns durch die Folgen eines Sieges, den Diablo bereits errungen hat.
Wer sind wir? Der Erbe von Westmark
Wir spielen den Erben von Westmark, auf der Flucht durch die verbrannten Überreste eines Königreichs, das zum Vorposten der Hölle geworden ist.
Nur wenige Menschen konnten Diablos Herrschaft entkommen. Andere haben sich unterworfen oder seinen Kulten angeschlossen. Einige wurden zu sogenannten Dread Commanders korrumpiert und mit gewaltiger Macht ausgestattet.
Unser Charakter besitzt eine geheimnisvolle Verbindung zu Diablo. Laut Blizzard macht sie uns zu einer Bedrohung für ihn, zugleich aber besonders anfällig für seinen Einfluss.
Damit steht eine Frage im Raum: Sind wir der nächste Held, der Sanktuario befreit – und welchen Preis könnte diese Verbindung dabei haben? Was genau hinter ihr steckt, ist noch offen.

Eine Welt, die bereits verloren ist
Diablos Einfluss soll sich nicht auf zerstörte Gebäude und düstere Landschaften beschränken. Blizzard beschreibt eine teilweise prozedurale Welt: Wenn wir an einen Ort zurückkehren, können sich Gelände, interessante Schauplätze, Monster und Belohnungen verändert haben.
Die aktuelle Vision ist eine Welt, die Diablo aktiv durch seinen Terror umformt. Vertraute Wege könnten dadurch ihre Verlässlichkeit verlieren. Wie häufig, wie weitreichend und nach welchen Regeln das geschieht, hat Blizzard in den beiden Ankündigungsbeiträgen noch nicht ausgeführt.
Sanktuario soll die Herrschaft Diablos auch spielerisch spürbar machen. Ob die Veränderungen mehr bewirken als wechselnde Kulissen, wird von der Umsetzung abhängen.
Keine sichere Stadt – die Karawane wird unsere Heimat
Nach Blizzards bisheriger Vorstellung hängt unser Überleben nicht mehr an Städten oder eroberten Stützpunkten. Stattdessen bauen wir eine Karawane aus Verbündeten auf, die mit uns durch das verwüstete Land zieht.
Diese Gemeinschaft soll wachsen. Ihre Mitglieder sind Händler und Begleiter mit eigenen Geschichten, Verlusten und Gründen weiterzureisen.
Zu den vorgestellten Figuren gehören eine ehemalige Schwester des Blinden Auges und ein gestrandeter Schatzgoblin. Ausgerechnet er sucht nach einem neuen Sinn in einer Welt, in der Gier ihren Zweck verloren hat.
Für mich steckt hier eine der stärksten Ideen der Ankündigung: Heimat wäre dann kein sicherer Ort auf der Karte, sondern die Gemeinschaft, die noch mit uns weiterzieht.

Die ersten drei Klassen
Blizzard hat bisher zwei Rückkehrer und eine neue Klasse vorgestellt. Weitere Klassen und Details zu ihrer Entwicklung sollen später folgen.
Demon Hunter
Der Dämonenjäger kehrt mit zwei Armbrüsten zurück. Angriffe aus den Schatten und schnelle Sprünge über das Schlachtfeld prägen die bisher gezeigte Richtung.
Monk
Der Mönch verbindet Nahkampf mit heiliger Kraft. Fäuste und göttliche Angriffe sollen erneut zusammengehören.
Plague Knight
Neu ist der Plague Knight. Blizzard beschreibt ihn als wandelnden Tod: Er verbreitet Krankheiten und Seuchen und konsumiert sie anschließend, um daraus Macht zu gewinnen.
Damit geht seine Grundidee über das bloße Verteilen von Krankheit hinaus. Die verbreiteten Plagen sollen wieder zu einer Quelle eigener Stärke werden. Wie dieser Ablauf im fertigen Kampfsystem funktioniert, ist noch nicht im Detail erklärt.
Beim Loot schaut Blizzard bewusst zurück auf Diablo II
Gegenstände sollen verständlich sein, im Gedächtnis bleiben und auch nach vielen Spielstunden noch die Jagd lohnen. Dafür greift Blizzard gezielt Ideen aus Diablo II auf.
Attributanforderungen: Das Team experimentiert damit, bestimmte Werte für das Tragen von Ausrüstung vorauszusetzen. Das ist ausdrücklich ein Versuch, noch kein endgültig festgelegtes System.
Inventarplatz: Größere Gegenstände sollen wieder mehr Felder belegen. Das erinnert unmittelbar an Diablo II und macht die Form eines Gegenstands im Inventar wieder relevant.
Sets: Ausrüstungssets sind für Diablo V angekündigt. Wie stark ihre Boni später Builds bestimmen, geht aus der Vorstellung noch nicht hervor.
Runen und Runenwörter: Sie sollen im Stil von Diablo II zurückkehren. Ihre endgültigen Regeln hat Blizzard noch nicht vorgestellt.
Crafting: Die Herstellung soll unter anderem vom Ansatz aus Lord of Hatred inspiriert sein. Ein vollständiges Crafting-System lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Das bedeutet nicht, dass Diablo V einfach Diablo II nachbauen wird. Blizzard greift bestimmte Stärken früherer Systeme auf. Entscheidend wird sein, wie sie in dieser neuen Welt zusammenpassen.

Was Blizzard mit Diablo V offenbar verändern will
Für mich laufen diese Ideen auf einen anderen Ausgangspunkt hinaus: Wir haben eine Heimat verloren und sind selbst mit dem Herrscher verbunden, der sie zerstört hat. Sicherheit muss mitreisen, während die Welt um uns herum unbeständig bleibt.
Diablo V wirkt in dieser ersten Vorstellung deshalb nicht wie eine bloße Vergrößerung von Diablo IV. Blizzard versucht, die Ausgangslage der Reihe zu verändern und sie mit vertrauten Stärken beim Loot zu verbinden. Das ist meine Einordnung der vorgestellten Vision, kein Urteil über ein bereits spielbares Ergebnis.
Was wissen wir noch nicht?
Die beiden offiziellen Beiträge lassen wichtige Fragen offen: die vollständige Klassenliste, Skill- und Fortschrittssysteme, Endgame, genaue Multiplayer-Struktur, mögliche Seasons und Monetarisierung.
Auch zur Umsetzung der veränderlichen Welt, den endgültigen Regeln für Sets und Runenwörter sowie zur Bedeutung unserer Verbindung zu Diablo fehlen noch Details.
Diablo V befindet sich noch früh in der Entwicklung. Bis 2029 kann sich vieles verändern. Grundlage dieses Artikels sind die Ankündigung und Blizzards Zusammenfassung von „Forging the Next Era“, beide vom 12. September 2026.
Haben wir also versagt?
Blizzard sagt ausdrücklich, dass die Helden der Vergangenheit gescheitert sind. Daraus folgt aber nicht, dass wir eine frühere Kampagne falsch gespielt hätten. Es beschreibt die Ausgangslage von Diablo V. Wie die Geschichte dorthin führt, erklären die bisherigen Beiträge nicht vollständig.
Die spannendere Frage ist für mich deshalb: Was für ein Diablo entsteht, wenn wir den Untergang nicht mehr verhindern können, sondern in seinen Folgen überleben müssen?
Meine Einordnung zu Diablo V
Mich interessiert an dieser Ankündigung vor allem der Wechsel der Perspektive. Diablos Sieg ist der Anfang unseres Weges. Das kann seiner Präsenz ein anderes Gewicht geben als die Aussicht auf einen späteren Bosskampf.
Beim Loot schaut Blizzard zugleich deutlich zurück. Wenn beides zusammenpasst, könnte Diablo V die Vergangenheit der Reihe ernst nehmen und trotzdem etwas Neues daraus bauen.
Bis Frühjahr 2029 ist es noch ein langer Weg. Ich möchte diese Vision spannend finden dürfen, ohne jedes heute gezeigte Detail schon als fertiges Spiel zu behandeln.
Für mich wird entscheidend sein, ob sich eine bereits gefallene Welt tatsächlich anders anfühlt – oder ob Diablo V am Ende doch wieder nach den bekannten Regeln funktioniert.

